Von Untergewicht & Dauerdiät zum gesunden Essverhalten – Erfahrung von Karin W. mit Einfach Ernährung
- 9. März
- 5 Min. Lesezeit
Keine Lust zu lesen? Höre oder schaue Dir Karins Erfahrung mit Einfach Ernährung einfach an.
Karin ist 39 Jahre alt, 1,79 m groß und macht dreimal die Woche Krafttraining.
Wenn man sie heute sieht, sieht man eine Frau mit Energie, mit Kraft und mit einer Gelassenheit beim Thema Essen, die sie selbst noch vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte.
Was man nicht sieht: 15 Jahre Anorexie. Stationäre Therapien, ambulante Therapien, Rückfälle. Und ein BMI, der zwischenzeitlich bei 11 lag.
Seit dem 16. Lebensjahr
Karins Geschichte mit dem Essen beginnt früh. Mit 16, 17 Jahren fing es an. Was als kontrolliertes Essverhalten begann, wurde zu einer gravierenden Anorexie, die 15 Jahre lang anhielt.
In diesen 15 Jahren war Karin mehrfach in Behandlung. Vier bis fünf stationäre Therapien, teilweise über sechs Monate. Ambulante Therapie dazwischen.
Und trotzdem: immer wieder Rückfälle. Immer wieder zurück in alte Muster.
„Ich war manchmal kurz vor 12, muss ich dazu sagen. War keine schöne Zeit."
Irgendwann hat Karin sich selbst herausgerappelt. Nicht durch ein Programm, nicht durch eine Therapie, sondern durch den eigenen Willen.
Sie sagt es heute so: Therapie kann unterstützen, aber sie macht niemanden gesund. Den Schalter muss man selbst umlegen.
Karin hat zugenommen. Nicht gesund, nicht mit Plan. Mit Schokolade. Innerhalb von neun Monaten hat sie sich von einem BMI von 11 hochgefuttert. Weil in dem Moment alles besser war als dort, wo sie war.
Stabil, aber nicht frei
Die Jahre danach war Karin stabil. Kein krasses Untergewicht mehr. Kein klinischer Bereich. Aber frei? Das war sie nicht.
Karin aß 1.800 Kalorien am Tag. Bei 1,79 m Körpergröße und dreimal Sport pro Woche ist das zu wenig. Deutlich zu wenig.
Aber für Karin fühlte es sich an wie eine sichere Zone. Nicht zu wenig, um aufzufallen. Nicht genug, um sich wirklich gut zu fühlen.
Im Sport fehlte die Energie. Karin ging hin, weil man das eben macht. Nicht, weil es Spaß gemacht hätte. Fortschritte gab es kaum. Die Gewichte blieben gleich, die Kraft kam nicht.
Und dann war da dieser Gedanke: Du wirst jetzt 39. Willst Du so weitermachen? Dein Leben lang?
Ein Reaction-Video und der Klick
Im April letzten Jahres wurde Karin auf Instagram ein Reaction-Video vorgeschlagen.
Michi reagierte darin auf einen Influencer, für den Karin kurz zuvor noch gearbeitet hatte.
Sie blieb hängen, schaute es sich an. Und es machte Sinn. Auch weil sie aus eigener Erfahrung wusste, dass bei diesem Influencer nicht alles stimmte.
Karin schaute sich den restlichen Content an. Beiträge, Podcasts, alles. Schrieb mit dem Team hin und her. Und im Mai ging es los mit dem Coaching.
„Ich habe da nicht lange gezweifelt."
Was Karin Sorgen machte, war nicht das Coaching an sich. Es war das, was dazugehörte: Kalorien erhöhen. Mehr essen. Und damit die Möglichkeit, zuzunehmen.
Bei jemandem mit 15 Jahren Anorexie ist das nicht einfach eine Herausforderung. Das ist der größte Angstgegner, den es gibt.
Das wird bei Dir nicht funktionieren. Du wirst sofort zunehmen. Viel zunehmen. So klang es in Karins Kopf.
Die Waage schießt hoch. Und Karin bleibt
Karin hat die Kalorien erhöht. Schritt für Schritt, begleitet vom Team. Und ja, die Waage ist hochgegangen.
Für jemanden, der seit Jahrzehnten auf diese Zahl fixiert ist, fühlt sich das an wie freier Fall.
Aber Karin ist geblieben. Hat es ausgehalten. Hat weitergemacht.
Was dabei den Unterschied gemacht hat? Karin ist ein kommunikativer Mensch. Sie hat sich mitgeteilt, in den Calls, in der Community. Sie hat ihre Ängste nicht für sich behalten, sondern ausgesprochen. Und genau das hat ihr geholfen, durch die schwierigen Phasen zu kommen.
Der Unterschied zu den stationären Therapien, zu den ambulanten Sitzungen, zu allem, was Karin in 15 Jahren ausprobiert hatte:
Hier ging es nicht nur um Verstehen. Hier ging es um Umsetzen. Und um ein Team, das nicht loslässt.
„Hätte ich das nicht gemacht, würde ich noch immer mit meinen 1.800 Kalorien da rumkrebsen."
Mehr Kraft, mehr Kohlenhydrate, mehr Gelassenheit
Heute isst Karin rund 400 Kalorien mehr am Tag. Ihr BMI ist von knapp 19 auf einen gesunden Normalbereich gestiegen. Sie hat 3 bis 4 Kilo zugenommen. Und das ist gut so.
Denn was sich hinter diesen Zahlen verbirgt, ist keine Niederlage. Es ist das Gegenteil.
Karin sieht nicht schlechter aus. Im Gegenteil. Sie beschreibt es selbst: nicht mehr so knochig an Schultern und Rücken, alles anders verteilt, straffer. Und die Kraft, die jetzt da ist, kannte sie vorher nicht.
Im Gym muss sich Karin mittlerweile bremsen, nicht jeden Tag hinzugehen.
Nicht weil sie muss, sondern weil sie Lust hat. Weil die Power da ist. Weil Sport plötzlich etwas ist, das sie gerne macht, nicht etwas, das auf der Pflichtliste steht.
„Ich muss mich aktuell bremsen, nicht jeden Tag im Studio zu sein, weil ich so die Power habe und einfach Lust habe."
Auch bei den Kohlenhydraten hat sich etwas gelöst. Karin hatte zwar keine krasse Angst davor, aber einen Respekt, der dafür sorgte, dass sie Kohlenhydrate lieber gegen Protein eintauschte.
Heute isst sie deutlich mehr Kohlenhydrate. Und merkt den Unterschied sofort im Training.
Kein Kompensieren mehr
Es gibt ein Muster, das Karin jahrelang begleitet hat. Einen Tag vermeintlich zu viel gegessen, am nächsten Tag weniger essen. Kompensieren. Ausgleichen. Kontrollieren.
Das Problem: Es hat nie funktioniert. Vormittags lief es noch, aber spätestens nachmittags wurde der Hunger größer als der Plan. Und am Ende hat Karin mehr gegessen, als wenn sie einfach normal gegessen hätte.
Dieses Kompensationsdenken ist weg. Einfach weg.
Wenn Karin heute Hunger hat, geht sie in die Küche und nimmt sich etwas zu essen. Wenn sie mal mehr gegessen hat als geplant, dann ist das so.
Sie weiß, dass sie Sport macht, dass ihr Körper die Energie braucht. Und weiter geht's.
„Einfach diese Gelassenheit. Wenn ich Hunger habe, gehe ich in die Küche und ich nehme was zu essen."
Kein Tracken, kein tägliches Wiegen
Karin trackt nicht mehr. Sie wiegt sich nicht mehr täglich.
Das letzte Mal vor anderthalb Wochen. Und sie will es gerade auch gar nicht, weil sie sich fragt: Was bringt es mir?
Eine Frage, die sich Karin vor einem Jahr niemals gestellt hätte.
Was ihr dabei geholfen hat, ist eine Erkenntnis, die so einfach klingt und trotzdem alles verändert: Es gibt keine magische Kalorienzahl, über der man sofort zunimmt und unter der man sofort abnimmt. Es ist immer ein Bereich. Und an manchen Tagen ist man wahrscheinlich komplett woanders, als man denkt.
Dieses Wissen hat den Druck genommen. Nicht auf einen Schlag, aber stetig.
„Ich wäre dann wieder in der Scheiße, wo ich davor war.“
Im Interview stellt Michi die USB-Stick-Frage. Stell Dir vor, alle Deine Erfahrungen aus dem Coaching sind auf einem USB-Stick gespeichert. Ich ziehe ihn raus, Du bist wieder bei Deinen 1.800 Kalorien und kennst uns nicht. Ich biete Dir 5.000 Euro für den Stick. Verkaufst Du?
Karins Antwort kommt ohne Zögern.
„Nein. Weil ich dann wieder in der Scheiße wäre, wo ich davor war. Und das ist es mir nicht wert."
Geld beruhigt, sagt Karin. Aber Geld macht nicht glücklich. Und wenn man sich innerlich nicht gut fühlt, wenn man nicht in Balance ist, dann kann auch kein Geld der Welt helfen.
Sie wüsste nicht mal, was sie mit dem Geld anfangen sollte, weil sie keine Kraft hätte, etwas Schönes damit zu machen.
15 Jahre Anorexie. Vier bis fünf stationäre Aufenthalte. Unzählige Rückfälle.
Und nach 9 Monaten Coaching sagt Karin etwas, das mehr wiegt als jede Zahl auf der Waage: Ich bereue es überhaupt gar nicht. Ich würde es immer wieder tun.
Karins Kalorienreise auf einen Blick
Start-Kalorien: ca. 1.800 (bei 1,79 m und 3x Sport pro Woche)
Aktuelle Kalorien: ca. 2.200 (+400 kcal)
Gewicht: 3 bis 4 kg zugenommen, BMI von knapp 19 auf gesunden Normalbereich
Zeitraum: 9 Monate Coaching
Kein Tracken mehr, kein tägliches Wiegen
Kompensationsverhalten komplett abgelegt
Neue Kraft und Freude am Sport
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